Iker Casillas
22. Dezember 2012

Weihnachtsfriede à la Real

Malaga CF – Real Madrid 3:2 (0:0), 28.963 Zuseher

Nicht um den Titel in der Primera Division mitzuspielen, ist Jose Mourinho – „Weißes Ballett“ hin, „Königlicher Club“ her – offenbar zu fad. Nach Real Madrids Auftritt in Malaga deutet vieles auf einen baldigen Abgang des erfolgsverwöhnten Trainer-Exzentrikers hin. Der standesgemäße Real-Kapitän darf sich das Schauspiel von der Bank aus anschauen.

Die Wettquoten auf einen raschen Abschied Jose Mourinhos bei Real dürften am Samstag endgültig in den Keller gerasselt sein. Nach der Niederlage in Malaga kann es nun eigentlich nur mehr um eine Frage gehen: Wohin wird es Europas Startrainer Nummer eins verschlagen? Zurück zu Chelsea? Zu City? PSG? Nimmt er Ronaldo mit? Geht das überhaupt? Nur eines scheint sicher: Bei Real kann er nach den Ereignissen der letzten Wochen nicht bleiben. Und nach dieser denkwürdigen Partie gegen das von der UEFA gerade heftig gebeutelte Malaga schon gar nicht.

Was war passiert? Nun, eine ganze Menge. Aber es reicht wahrscheinlich schon, dass Mourinho Iker Casillas auf die Bank verbannte – aus „sportlichen Gründen“, wie es offiziell heißt – ausgerechnet! Einen Machtkampf gegen den Welt- und doppelten Europameister, den kann in Madrid wohl kein Trainer der Welt gewinnen. Da saß es also auf der Bank, das personifizierte Real, und wusste nicht so recht, welche Miene es zum (bösen) Spiel machen sollte. Am liebsten vergrub „San Iker“ sein Gesicht tief in der Trainingsjacke, auf dass die Kameras endlich einmal wegschwenken würden. Man kann davon ausgehen, dass es ihn nicht wahnsinnig gestört hat, dass sein Ersatz drei Trümmer kassiert hat, dass die Tore seines Teams eher dem Zufall und der Malaga-Abwehr zu verdanken waren, und dass sein Trainer noch ein paar weitere lustige Entscheidungen auf Lager hatte. Zum Beispiel die Einwechslung von Stürmer Callejon als Außenverteidiger. Das daraus sofort resultierende Chaos auf der linken Abwehrseite brachte letztendlich die Vorentscheidung. Gut gemacht Mou, jetzt werden sie dich wohl raushauen müssen.

Und Ronaldo? Für einen so sensiblen Spieler ist so eine Situation natürlich Gift. Zwar zeigt er hie und da noch immer geniale Aktionen, aber es fehlt die Durchschlagskraft. Den Ballon d’Or kann er sich dank Messis in letzter Zeit komplett absurder Torquote wohl wieder einmal abschminken, und selbst im direkten Positionsvergleich mit – einem allerdings wirklich groß aufspielenden – Joaquin (3 Assists) zieht er diesmal klar den Kürzeren. Es sieht also alles in allem eher nach einem Trainerabschied als nach einer neuen Stammkraft im Tor von Real aus. Sollte Mourinho Ronaldo wirklich mitnehmen, wär ich stark für einen Wechsel Richtung Paris. Im Gegensatz zu den beiden genannten englischen Großclubs ist Paris St. Germain noch in der Champions League vertreten, und Ronaldo, Ibrahimovic, das hätte definitiv etwas.

(Milan)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.