Über Fanomen

Der österreichische Fußballblog von Fans für Fans.

Die Fans sind wir, die Fans seid ihr. Wir schreiben als Fan – ob von der Austria, Rapid, Bayern, Bremen, Barca, Real oder der Vienna. Was wir alle gemeinsam haben, ist die Leidenschaft für den Fußball. Wir alle sind Fußballfans. Wir lieben dieses Spiel und möchten mit euch teilen, was uns bewegt.

Spielberichte findet ihr hier keine. Hier findet ihr all das, was uns als Fan durch den Kopf geht. Wir erinnern uns, vergleichen, bewerten, analysieren und kritisieren – als Fußballfan. Die subjektiven Geschichten sollen zum Diskutieren und Nachdenken anregen.

MailSolltest auch du eine Fan-Geschichte parat haben – zu welchem Thema oder Spiel auch immer -, diese gerne erzählen und auf Fanomen.at veröffentlicht sehen, wende dich bitte an mittmansgruber@fanomen.at.

Vielen Dank und viel Spaß!

 

Das Fanomen.at-Team

BimpoBimpo

Im Frühjahr 1993 passierte es. Ich verliebte mich. In Gerhard Rodax, seinerzeit im Dress von Baumit Admira Wacker. Er war der Erste, der mich inspirierte. Weniger seine Haarpracht, eher sein klingender Namen und seine Torausbeute. Mein Weg zum Unterhaus-Stürmer war somit geebnet. Früher noch im Feldaiststadion in Kefermarkt (Oberösterreich) mal mehr, mal weniger hüftsteif zu Werke, findet meine „Jagd nach Toren“ nun in Österreichs Sportjournalisten-Team ihre Fortsetzung. Wenn ich heute mal nicht gut einschlafen kann, denke ich an meinen Auftritt im Wiener Prater-Stadion zu Ernst Happel. Sie werden den Tag, diesen 29. September 2012, sicher auch nicht vergessen. Als dort mein „Schuss“ den Weg ins Tor fand, fühlte ich mich wohl so wie einst Andi Herzog gegen Schweden, oder auch Anton Toni Polster gegen die DDR. Unser Gegner hieß übrigens SV Wildalpen.

Ich oute mich als großer Werder-Bremen-Fan. Das grün-weiße Weihnachtsgeschenk 1993 in Form eines Trikots hat es mir angetan. Herzog, Pfeifenberger & Co. ebenso. Trotz regionalem Einfluss (Vorwärts Steyr, LASK, Voest Linz, Ried) konnte kein österreichischer Verein mein Herz erobern. Nur das Nationalteam. Somit stehe ich hinter zwei Mannschaften, für die die Worte „Konstanz“, „Leichtigkeit“ oder gar „Gewohnheit“ nicht existieren. Sie bieten allerdings viel Stoff, um sich so seine Gedanken zu machen. Dieser, nicht immer ganz ernst gemeinte Blog soll meine bescheidene Welt als leidenschaftlicher, um nicht zu sagen fan-atischer, Fan auf den Bildschirm bringen. Ich freue mich über rege Diskussionsteilnahmen, Kritik und viel Spaß.

MilanMilan

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr wirklich, wie alles begonnen hat. Wahrscheinlich in der Volksschule die bedrohliche Frage „Austria oder Rapid“ richtig beantwortet und nicht mehr zurückgeschaut. Etwas später dann: WM-Finale in Madrid, Italien verhindert einen erneuten Titel Deutschlands, des (neben Österreich) einzigen Nationalteams, zu dem mein kindliches Selbst bis dahin eine Beziehung aufgebaut hatte, wenn auch keine positive. Österreich hatten die Deutschen zuvor in der „Schande von Gijon“ sympathietechnisch mit nach unten getragen. Mein Held hieß fortan Paolo Rossi. Vier Jahre später, in Mexiko, war Rossi nicht mehr im Einsatz, Italien scheiterte bereits im Achtelfinale – und Deutschland stand schon wieder im Endspiel. Ein neuer Held musste her, und Diego Maradona erfüllte diese Aufgabe wie niemand davor oder danach.

Ansonsten: Milan und Juve aus Italien-Verbundenheit, und Liverpool, die beste Mannschaft meiner Kindheit, die die Heysel-Katastrophe nie ganz überwinden konnte. Und in letzter Zeit Barcelona und Spanien – muss sein, ist einfach zu schön. Dazu der eigene Verein, der letztendlich mit der irrwitzigen Maxime, keine Spieler aufzunehmen, die das eigene Stammleiberl gefährden könnten, untergegangen ist. Und dem die Nachbesprechung im Lokal ums Eck immer wichtiger war, als das Match oder das Training zuvor. Die Nachbesprechung gibt es immer noch, auch wenn es dabei immer weniger um Fußball geht. Um Fußball soll es dafür in Zukunft hier gehen – emotional oder analytisch, parteiisch oder „objektiv“ – wie auch immer, zu diskutieren gibt’s genug.

Rebenkaiserrebenkaiser

„Nicht auf dem Ball sitzen, mit ihm laufen!“ (Trainer U6). So oder so ähnlich habe ich meine fußballerische Eintrittsphase, unter anderem auch ins Vereinsleben, in Erinnerung. Kaum laufen gelernt, schon irgendetwas gekickt. Die Frage nach dem Warum stellte sich gar nicht. Von der Position des Tormanns bis zum Mittelstürmer, ob in der Nachbarschaft am Betonplatz, im Verein auf der löchrigen Wiese oder am Strand im Sommerurlaub, egal, Hauptsache Fußball!

Die großen Idole waren vielfältig und prägend. Österreichische Helden von 90 und 98 bis hin zu den Gauchos, damals wie heute. Die Liebe zu den argentinischen Kickern entwickelte sich fortlaufend. Einst die Bewunderung der langhaarigen Spieler (Batistuta!) auf dem Platz, heute die intensive Auseinandersetzung mit Fußball, Gesellschaft und Politik. Aber warum die Albiceleste? Auch wenn sich in den letzten Jahren so einiges geändert hat – die Art, ein Fußballspiel so zu gestalten, wie es dort stattfindet, repräsentiert für mich ein Ideal. Durch die Kombination der klassischen südamerikanischen Individualität und der eher strukturell und disziplinär geprägten europäischen Art ergibt sich für mich ein perfekter Mix.

Heute richtet sich mein Blick zum Großteil auf die Insel und ihre Teams. Die selbst ernannte „beste Liga der Welt“ ist nach wie vor ein Augenschmaus und sollte auf dieser Seite nicht unbeachtet bleiben. Neben Spielberichten sollen hier Themen, die die Fußballwelt auch abseits des Rasens beeinflussen, ebenfalls angesprochen und diskutiert werden.

RuasRuas

Die Versuche im aktiven Fußballgeschehen ein Zeichen zu setzen waren ehrenwert, aber mangels Talent zum Scheitern verurteilt. Meine Beschäftigung mit dem Fußball wurde nach dem Ausscheiden aus dem Neumarkter U-16-Team immer „wissenschaftlicher“. Besonders spannend finde ich nach wie vor die Schnittmengen des Fußballs mit Politik und Kultur. C. L. R. James kommt in den Sinn. Der Sportromantiker stellte die Frage: „What do they know of cricket who only cricket know?“ – das gilt auch für den Fußball. Und den Sport im Allgemeinen.

Als Geir Frigard noch zwei Tore aus einer Chance machte und Goran Kartalija den Laden zusammenhielt, war ich Dauergast auf der Gugl. Nach dem Niedergang des ehemaligen Stolzes von Oberösterreich wurde meine Anhängerschaft vorübergehend auf Eis gelegt. Dieses Vakuum wurde schließlich ausgefüllt durch den großartigen FC Everton. Trotz des Underdog-Status‘ hegt man dort Aspirationen, den europäischen Fußball zurück in den Goodison Park zu holen. Wenn man auch zur Stunde Null nach David Moyes auf Kontinuität am Trainersektor setzt und zusätzlich die umsichtige Transferpolitik beibehält, sehe ich keinen Grund, warum ich nicht auch in Zukunft den Toffees mein Fußballherz schenken sollte.