Argentina's Lionel Messi
16. Juni 2014

Dann war da doch noch was

Argentinien – Bosnien-Herzegowina 2:1 (1:0), 73.500 Zuschauer

Einer der ganz großen Titelfavoriten macht sich plötzlich klein. Gut, Hauptsache drei Punkte, aber auch der nicht mehr ganz so neue Chef Sabella setzt die Serie seiner Vorgänger fort: Messi ist das System.

Immerhin hat man sich der diegosschen Taktik der radikalen Offensive ohne Rücksicht auf Verluste in den letzten Jahren entledigt. Die fehlende Qualität in der Defensive soll zumindest durch die Quantität ein wenig ausgebügelt werden. Soweit so gut und in Anbetracht der Erfahrungen der letzten Weltmeisterschaft durchaus zu verstehen. Vor allem gegen starke Bosnier vorerst kein ungeschicktes Manöver.

Und vorne? Maradona meinte einst: „Er wird alles regeln, er ist der Star.“ Auch vier Jahre danach ist dieses Paradigma immer noch fester Bestandteil der Mannschaft. Hier scheint sich diese festgefrorene Glorifizierung einer Figur, die alles regeln soll, nicht und nicht auflösen zu wollen. Typisch Argentinien halt. Das will bzw. wollte auch Sabella nicht ändern. Daher muss Messi also durch, auch wenn seine Körpersprache oftmals Resignation angedeutet hat. Kennen wir das auch in Österreich nicht von irgendjemanden? Trotzdem, wenns drauf ankommt, ist er da. Und auch sein Mageninhalt blieb diesmal dort, wo er hingehört.

So sehr die Bemühungen einer sicheren Defensive zu begrüßen sind, so sehr konnte man vor allem in Halbzeit 2 erkennen, dass ein Schuster doch bei seinen Leisten bleiben sollte. Mit Higuain war es Messi möglich seinen Aktionsradius zu erhöhen und bedankte sich mit einem klassischen Tänzchen zum 2:0. Die Initialzündung? Hoffentlich! Vielleicht sollten die Argentinier einfach bei einer altbekannten Fußballweisheit bleiben: Vorne mehr Tore schießen, als hinten zu bekommen. Das freut dann auch die Zuseher. Denn Italiener werden sie keine mehr.

(Rebenkaiser)

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