fanomen
23. Juli 2016

Alles auf Anfang – alle ins Happel

Jetzt sollt’s schön langsam gehen. Der Abstand zur EM ist hergestellt. Emotionen sind zwar noch da, nona, der Kopf immerhin kühler. Aber was da in Frankreich abgegangen ist, war schon sehr ver-rückt.

Meine Erwartungen waren (leider) riesig, ich konnte mich ihnen nicht entziehen. Die Quali war halt schon sehr gut. Dass dort die Gegner nicht die stärksten waren, die Spieler zu EM-Beginn vereinzelt nicht in Form, das war alles egal. Weil ja wirklich berechtigte Hoffnungen auf ein K.o.-Spiel da waren.

Wie dann alles gelaufen ist, ist schon sehr bitter. Stangenknaller nach 30-EM-Sekunden. Nach 15 Minuten verletzt sich unser Spielmacher. In der ersten, passablen Halbzeit gelingt trotz guter Gelegenheiten kein Tor. Und nach dem ungarischen Gegentor brechen wir auseinander. Und Drago sieht noch dazu Gelb-Rot. Na bumm.

Happy Zwischen-End

Gegen Portugal dann die große Ronaldo-verschießt-Elfmeter-wir-haben-das-Endspiel-gegen-Island-Party. Im Stadion war das alles kaum auszuhalten. Die Mannschaft wirkte hilflos, hilflos und ohne Mittel, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Eine Abwehrschlacht war es, mit Happy End. Alles natürlich hochverdient. (Hier sollte ein Zwinkersmiley stehen)

Schlussendlich die beinharte Landung, Island schickte uns nach Hause. Die zweite Halbzeit war die erste, die ansatzweise die spielerischen Möglichkeiten aufblitzen ließ. Es hat aber nicht gereicht. Jetzt konnte das große Raunzen und Poltern beginnen.

Denn es war auch schwer, sich der negativen Stimmungsmache zu entziehen. Weil halt die Enttäuschung so groß war. Und weil in so einer psychologisch angespannten Situation immer Gründe her müssen, zumindest Erklärungsversuche. Das liegt in der Natur der Sache. Daher war danach alles klar: Die Mannschaft war überheblich, nervös, überfordert. Der Trainer ebenso, der muss selbstverständlich Verantwortung übernehmen, den Kopf hinhalten.

Ich bitte um Verzeihung

Als Koller aber bei den ersten PKs nach dem Ausscheiden nicht voll und ganz jegliche Verantwortung auf sich nahm und nicht dezidiert von Fehlern seinerseits sprach, kippte die (mediale) Stimmung endgültig. Ich musste mich auch ärgern. Hätte er taktische Fehler eingeräumt, ich hätte alles sofort „verziehen“. Und davon gesprochen, dass das von Größe zeige. Aber er wollte halt nicht, vermutlich weil er von seinen Entscheidungen überzeugt war. Mutig waren sie allemal, leider nicht erfolgreich.

Die grausliche Ausschlachtung vom nicht stattgefundenen Tellerwurf bis hin zu miserabler Stimmung, Schuldzuweisungen etc. wird nun dazu führen, dass das Happel beim ersten Heimspiel – zugleich dem Topspiel der WM-Quali – gegen Wales nicht ausverkauft sein wird. Es wird auch keine gewohnt grandiose Euphorie und Stimmung herrschen. Gefühlt: Alles auf Anfang. Genau das soll aber nicht passieren mit mir, mit uns. Denn der österreichische Fußballfan muss endlich kapieren, dass jede Qualifikation für ein Großereignis ein großartiger Erfolg ist. Auch für diese zweifellos super Truppe.

Die Mannschaft muss und wird wieder aufstehen, der Trainer ebenso – und auch ich, wir, die Fans der österreichischen Nationalmannschaft.

Donnerstag, 6. Oktober 2016, 20:45 Uhr – auf ins Happel!

#inKollerwetrust

 

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