Bayern München | Quelle: www.rhein-zeitung.de
2. Mai 2013

Ein Abend der großen Worte

Barcelona – Bayern München 0:3 (0:0), 95.000 Zuseher

Während es gestern tatsächlich bis zur letzten Minute um den Einzug ins große Champions-League-Finale ging, wird nach dem zweiten Halbfinale vor allem der Anfang bzw. das Ende einer Ära debattiert.

Nun ist das deutsche Finale in Wembley also amtlich – auch die Favoritenrolle ist spätestens seit gestern klar verteilt. Während der BVB gegen Real tapfer dagegenhielt und sich am Ende ins Ziel rettete, trat der FC Bayern (und seine Fans!) von Beginn an wie eine echte Spitzenmannschaft auf und ließ zu keiner Phase des Spiels Zweifel aufkommen, dass man sich in dieser Saison mit nichts Geringerem als dem historischen Triple zufrieden geben wird. Diese Mannschaft hat damit definitiv das ihrige dazu beigetragen, den Beginn einer neuen Ära einzuleiten. Die letztgültige Einschätzung dieser Bewandtnis hängt dabei nicht nur vom Finalausgang ab, sondern vor allem von der Art und Weise, wie Pep Guardiola mit diesem erarbeiteten Nimbus umgehen wird.

Hinrichtung, Demütigung, Erniedrigung: Starke Worte wurden auch für die Leistung des FC Barcelona – der Übermannschaft der letzten sieben Jahre – gefunden. Wenn man die nackten Zahlen betrachtet, können diese Beschreibungen kaum entkräftet werden. Angesichts der Abwesenheit von Schlüsselspielern wie Messi, Busquets und Puyol, sollte man in dieser Hinsicht vielleicht etwas Zurückhaltung walten lassen. Auf der anderen Seite: Die Auswechslung des kreativen Chefduos Xavi/Iniesta kann durchaus auch als symbolisch angesehen werden. Das Ende einer Ära eben…

UNSER David Alaba hat gestern eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er Teil – wichtiger Teil! – dieser großen Mannschaft ist und auf der europäischen Bühne seine Qualitäten voll abrufen kann. Auf seiner linken Abwehrseite herrschte reger Betrieb – viel mehr als auf rechts. Besonders angesichts dieses Umstandes ist es kaum hoch genug einzuschätzen, dass er nicht nur fehlerfrei agierte, sondern den Spielaufbau meisterlich orchestrierte – gekrönt mit dem Zauberassist zum 1:0. Der Trend vom Hinspiel setzte sich fort: Alaba tauchte nicht oft in der gegnerischen Hälfte auf – aber wenn das der Fall war, wurde es richtig gefährlich.

Was wir sonst noch gelernt haben an diesem denkwürdigen Abend? Uli Hoeneß darf ausreisen und Frank Ribery hat einen „Flitzerbruder“. Damit ist alles gesagt.

(Ruas)

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